Es kann viele verschiedene Gründe geben, das eigene Zuhause umzugestalten. Ob die bevorstehende Geburt eines Kindes ein Kinderzimmer erforderlich macht oder die Anforderungen des Arbeitgebers an Ihr Home-Office einen abschließbaren Raum einschließen – Notwendigkeiten für bauliche Maßnahmen kann es viele geben.
Dabei stellt sich die Frage, wie man solche Umbaumaßnahmen mit möglichst wenig Aufwand bei hoher Qualität umsetzen kann. Der Trockenbau ist hier eine ausgezeichnete Möglichkeit. Denn gerade Trockenbauwände können auch von Laien mit etwas handwerklichem Geschick gut gesetzt werden. Sie sind eine kostengünstige und deutlich stressfreie Alternative zu einer massiven Wand.
Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, was eine Trockenbauwand ist, wo die Vorteile dieser Bauart liegen und wie genau Sie den Einbau einer Trockenwand am besten angehen sollten.
Was ist Trockenbau?
Wenn Sie in Ihrem Wohnzimmer oder einem anderen Raum eine Wand einziehen möchten, unterscheidet man zwischen Trockenbauwänden und massiven Wänden. Während massive Wände Stein auf Stein gemauert werden, bestehen Trockenbauwände aus Metallprofilen, Gipskarton- oder Gipsfaserplatten und Mineralwolle.
Vorteile von Trockenbauwänden
Während Sie für den Einbau einer massiven Steinwand einen Fachmann benötigen, können Sie eine Trockenbauwand komplett im Do-it-yourself-Verfahren bauen. Für eine massive Wand ist zumindest die Beauftragung eines Statikers erforderlich. Außerdem ist für den Einbau meist eine Genehmigung nötig. Der Einbau einer Trockenbauwand hingegen ist genehmigungsfrei.
Zumindest sofern Sie in einem Eigenheim wohnen. Denn auch beim Einbau einer Trockenwand handelt es sich um eine bauliche Maßnahme. Diese müssen Sie sich – im Fall einer Mietwohnung oder eines Hauses zur Miete – von Ihrem Vermieter genehmigen lassen. Falls Sie ohne eine Genehmigung eine solche Wand einziehen, kann der Vermieter auf jeden Fall darauf bestehen, dass Sie diese wieder entfernen müssen, sobald Sie wieder ausziehen.
Trockenbauwände sind in der Regel günstiger als massive Wände. Ein besonders wichtiger Vorteil ist das Raumklima. Denn Gipskartonplatten, aus denen Trockenbauwände bestehen, sind ein wohngesunder Baustoff. Das bedeutet, dass diese Baustoffe besonders schadstoffarm sind. Überdies hilft Gipskarton als Baustoff dabei, die Luftfeuchtigkeit in den angrenzenden Räumen zu regulieren. Weitere Vorteile neben der einfachen Planung und Umsetzung sind die Vermeidung von Baufeuchtigkeit und der Umstand, dass die Baumaterialien leicht und schnell verfügbar sind.
Einsatzbereiche im Innenausbau
Trockenbauwände eignen sich hervorragend zur:
- Aufteilung bestehender Räume,
- Schalldämmung sowie
- Innen- und Außendämmung
Da Sie in der inneren Konstruktion einer Trockenbauwand einfach Dämmmaterial unterbringen können, werden Trockenbauwände auch als Aufbauten an bestehenden Wänden gern genutzt. So können Sie etwa Decken und Außenwände von innen besser dämmen und so einen höheren Energiestandard oder einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch erzielen.
Am häufigsten werden Trockenbauwände allerdings genutzt, um große Räume in mehrere kleine Räume zu unterteilen.
Unterkonstruktion planen
Im ersten Schritt muss der Raum, in den die Wand eingezogen werden soll, genau vermessen werden. Markieren Sie dabei die Stelle, an welcher die Trockenbauwand entstehen soll. Von dieser Stelle aus zeichnen Sie die Wand auf dem Boden, an den Wänden und an der Decke genau nach.
Im nächsten Schritt bereiten Sie das Ständerwerk vor. Am Boden und an der Decke benötigen Sie für die Unterkonstruktion UW-Profile. An den Wänden und in den Zwischenbereichen werden CW-Profile verwendet. Schneiden Sie die Profile auf die richtige Länge und bekleben Sie die Rückseite mit Dichtungsband.
Anschließend wird das Ständerwerk montiert. Dazu befestigen Sie als Erstes die UW-Profile am Boden und an der Decke. Danach werden die CW-Profile an die Wände montiert. Sind die Decke und der Boden aus Beton, benötigen Sie dafür Nageldübel. Bohren Sie die Löcher vor und schlagen Sie die Dübel dann einfach mit einem Hammer ein. Der Abstand zwischen den einzelnen Dübel sollte ca. 50 cm betragen.
Nun werden die CW-Profile erst einmal unverschraubt in die UW-Anschlussprofile gestellt. Halten Sie dabei einen Abstand von jeweils exakt 625 Millimetern ein. Wichtig ist, dass alle Profilöffnungen in dieselbe Richtung weisen.
Für die Türöffnung werden UA-Profile benötigt. Diese werden jetzt in die UW-Profile an der Decke und am Boden eingestellt. Diese können Sie am besten mit einem Türpfosten-Steckwinkel fixieren und dann am Boden und in der Decke wieder mit Nageldübeln verankern.
Der Türsturz wird in der Folge als obere waagerechte Begrenzung der Türöffnung montiert. Dafür verwenden Sie ein normales UW-Profil, das an beiden Seiten eingeschnitten und umgeknickt wird. Im Handel gibt es alternativ spezielle Türsturzprofile, diese sind allerdings deutlich teurer. Für die Befestigung des Türsturzes sind Schnellbauschrauben mit Bohrspitze die richtige Wahl.
Jetzt fehlen nur noch die CW-Profile über dem Türsturzprofil. Achten Sie auch hier auf die Einhaltung der 625 mm Abstand zu den anderen Profilen.
Beplankung mit Gipskartonplatten
Bevor Sie nun mit der Beplankung starten können, müssen Sie an den Wänden direkt neben den CW-Rahmenprofilen durchgehende Streifen eines Trennfix-Klebebandes anbringen. Dadurch wird die Bildung von Rissen an den Wandanschlussstellen vermieden.
Im nächsten Schritt müssen Sie die Gipskartonplatten ausmessen und zuschneiden. Die Platten müssen hochkant auf den Profilen angebracht werden. Dabei ist es wichtig, dass die Platten von Wänden, Decke und Boden entkoppelt bleiben. Der Abstand zu den Wänden sollte 3 bis 5 mm und der Abstand zum Boden und zur Decke 3 mm betragen.
Zur Befestigung der Platten auf den Profilen verwenden Sie Schnellbauschrauben in einem Abstand von 25 cm. Bei einer doppelten Beplankung können Sie den Abstand der einzelnen Schrauben auf 75 cm ausdehnen. Die Schrauben dürfen niemals an Stellen eingeschraubt werden, an denen sich CW- und UW-Profile überschneiden.
Um die Gipskartonplatten an den UA-Profilen der Türpfosten zu verschrauben, benötigen Sie wieder Schnellbauschrauben mit Bohrspitzen. Sofern Plattenteile an der Türöffnung überstehen, entfernen Sie diese mit einer Gipskarton-Handsäge oder einer Stichsäge mit einem entsprechenden Sägeblatt.
Sobald Sie die Platten anbringen, vermeiden Sie Kreuzfugen. Der Versatz zwischen den Fugen sollte immer mindestens 45 cm betragen, sonst kann die Wand instabil werden.
Bevor sie nun auf der Rückseite der Wand die Beplankung auf die gleiche Art vornehmen, füllen Sie den Bereich zwischen den Planken mit dem Dämmmaterial. Nutzen Sie dafür Trockenbau-Dämmplatten aus Stein- oder Glaswolle. Die Dämmung kann lose in den Zwischenräumen platziert werden.
Verspachteln und Oberflächenfinish
Bevor Sie die Platten verspachteln können, ist es wichtig, diese zu grundieren. Dafür müssen Sie alle Fugen sorgfältig mit Grundierung einpinseln. Erst mindestens drei Stunden danach können Sie mit dem Verspachteln beginnen.
Tragen Sie die Spachtelmasse (im Idealfall ein spezieller Fugenspachtel) mit einer Glättkelle auf. Achten Sie darauf, dass nicht nur die Fugen, sondern auch alle Schraublöcher verspachtelt sind.
Lassen Sie die Spachtelmasse 24 bis 48 Stunden trocknen. Danach stoßen Sie grobe Kanten und Nasen mit einem Spachtel ab. Anschließend können Sie das Verspachteln noch einige Male wiederholen, bis Sie eine glatte Fläche mit der restlichen Wand haben. Sobald Ihre letzte Spachtelschicht getrocknet ist, bearbeiten Sie die Übergänge und die gespachtelten Bereiche mit sehr feinem Schleifpapier. So sorgen Sie für glatte Übergänge und beseitigen auch die letzten störenden Abstände. Anschließend können Sie die fertige Wand noch einmal komplett grundieren und dann streichen oder tapezieren.
Häufige Fehler beim Trockenbau
Zu den häufigsten Fehlern gehören zu weite Profilabstände in den Unterkonstruktionen, was zu instabilen Wänden führt. Neben einer fehlenden Entkopplung ist auch die fehlerhafte Plattenmontage oft ein Problem. Wenn bei der Montage Kreuzfugen entstehen, fördert das die Rissbildung in der Wand.
Fazit
Der Bau einer Trockenbauwand kann mit wenigen Materialien und etwas handwerklichem Geschick problemlos von Hobbyhandwerkern erledigt werden. Dabei ist es wichtig, sich an ein paar Regeln zu halten. Wenn die oben beschriebenen Schritte allerdings genau umgesetzt werden, werden Sie an Ihrer neuen Wand mit Sicherheit lange Freude haben.
