Ein Langhalsschleifer ist ein Schleifgerät für zahlreiche Trockenbau-, Renovierungs– und Malerarbeiten. Mit ihm lassen sich beispielsweise Gipskartonplatten, Trockenbauspachtel oder Tapetenreste entfernen.
Der Begriff “Langhals” kommt daher, dass diese Geräte im Vergleich zu anderen Schleifern (z. B. Exzenterschleifer, Schwingschleifer, Deltaschleifer) einen deutlich längeren Griff (“Hals”) haben und im Normalfall zwischen 1,50 und 1,75 m lang sind. Ein anderer Ausdruck für einen Langhalsschleifer ist daher auch der Begriff “Schleifgiraffe”.
Aufgrund dieser Länge benötigt man beim Schleifen von Wänden und Decken bis ca. 3 m keinerlei weitere Hilfsmittel wie Leitern oder Gerüste. Langhalsschleifer gibt es außerdem in verschiedenen Arten und Formen, worauf jedoch erst weiter unten eingegangen werden soll.
Wofür verwendet man einen Langhalsschleifer?
Langhalsschleifer eignen sich aufgrund ihrer Länge hervorragend dazu, hohe Wände oder Decken abzuschleifen: Da man wegen der großen Reichweite des Langhalsschleifers oft auf Leitern und Gerüste verzichten kann, erzielt man bei höher liegenden Flächen meist ein deutlich besseres Schleifergebnis als mit herkömmlichen Trockenbauschleifern. Aber welche Materialien schleift man mit einem Langhalsschleifer?
Wie bereits erwähnt, verwendet man diese speziellen Schleifgeräte primär zum Schleifen von Gipskarton, Spachtelmassen und Tapetenresten. Aber auch zum Abschleifen von Farben, Lacken oder beispielsweise Holzwerkstoffen eignet sich ein solches Gerät hervorragend. Für die verschiedenen Verwendungszwecke werden auf dem Markt entsprechende Schleifscheiben aus verschiedenen Materialien angeboten. Gängig ist dabei die Einteilung in schwarze (besonders starke Beanspruchung), weiße (Farbe, Lacke, Spachtelmassen) und rote (Holzwerkstoffe) Schleifscheiben.
Die weiter oben gestellte Frage – Wozu verwendet man einen Langhalsschleifer? – kann man also so beantworten: Zum Abschleifen von Wänden und Decken aus den verschiedensten Materialien – man sollte lediglich auf geeignete Schleifmittel sowie auf die Einhaltung grundlegender Regeln achten.
Welche Arten von Langhalsschleifern gibt es?
Mittlerweile gibt es einige Variationen im Bereich der Langhalsschleifer: So gibt es neben den “klassischen” Geräten beispielsweise auch solche, die man teleskopartig verlängern kann, d.h. in Ihrer Länge variieren kann. Ein Beispiel dafür ist der Planex LHS 225 von Festool.
Speziell zum Schleifen von Ecken und Anschlüssen an Decken und Wänden gibt es außerdem Langhalsschleifer mit dreieckigen Schleifkopfaufsätzen, beispielsweise die Schleifgiraffe WST 700 VV Plus von FLEX. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass für die allermeisten Einsatzbereiche ein “klassischer” Langhalsschleifer ausreichend sein wird.
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Aufbau eines Langhalsschleifers
Auch wenn es zahlreiche verschiedene Modelle von Langhalsschleifern gibt, so weisen doch praktisch alle Varianten einen mehr oder weniger gleichen Grundaufbau auf. Dieser soll an dieser Stelle etwas genauer betrachtet werden.
Beginnen wir die Betrachtung des Aufbaus am dem Schleifkopf gegenüberliegenden Ende. An diesem “hinteren” Ende befinden sich bei jedem Langhalsschleifer die beiden gleichen Elemente: Zum einen das Stromkabel (in maximaler Entfernung zum Schleifkopf), zum anderen eine Anschlussmöglichkeit für Industriesauger, um eine effektive Staubabsaugung zu gewährleisten.
Das Führungsrohr, das den Hauptteil eines Langhalsschleifers ausmacht, übernimmt verschiedene Funktionen: Zum einen ist es natürlich ganz praktisch gesehen dazu da, dass man die hohen Decken und Wände problemlos schleifen kann, was einen Langhalsschleifer bekanntermaßen ausmacht. Weiterhin finden in diesem Rohr jedoch auch die Staubabsaugung sowie Teile der Geräteelektronik ihren Platz.
Je nach Gerät an unterschiedlichen Stellen auf dem Führungsrohr befindet sich das Motorgehäuse. In diesem befinden sich normalerweise der Motor sowie die dazugehörige Elektronik. Bei einigen Modellen, bei denen das Motorgehäuse am vorderen Ende des Schleifers liegt, ist die Elektronik jedoch auch am hinteren Ende in der Führungsstange untergebracht.
Die Position des Gehäuses ist insofern besonders wichtig, als dass das Gerät durch dessen Gewicht optimal ausbalanciert werden sollte. Ein ergonomisch schlecht ausbalancierter und damit “schwer wiegender” Schleifer gehört zu den größten Unannehmlichkeiten beim Trockenbau schleifen. In diesem Zusammenhang spielen auch die Griffmöglichkeiten eine große Rolle:
Der hintere Griff, normalerweise direkt auf dem Führungsrohr, sollte wenn möglich eine rutschfeste Ummantelung aufweisen, damit auch bei schweißtreibender Arbeit Griffsicherheit gewährleistet ist. Der vordere Griff lässt sich bei einigen Langhalsschleifern variabel verstellen, um das Gerät ergonomisch optimal an den Bearbeiter anzupassen.
Am vorderen Ende des Führungsrohrs gehen mehrere Elemente ab: Zum einen der Absaugschlauch, der von dort direkt zum Schleifkopf geht. Weiterhin die Antriebswelle, die für die Kraftübertragung vom Motor auf den Schleifteller (und letzten Endes auf das Schleifmittel) verantwortlich ist.
Die Antriebswelle ist normalerweise das empfindlichste Teil an einem Langhalsschleifer, durch sie findet die Kraftübertragung vom Motor auf dem Schleifteller statt. Sie ist entweder von einem speziellen Mantel (wie im Bild) umgeben oder befindet sich direkt im Stützrohr, das vor allem dazu dient den Schleifkopf “festzuhalten”.
Der Schleifkopf wird von oben normalerweise von einem Gehäuse (oft auch Schleifkopfabdeckung genannt) geschützt. An der Schleifkopfunterseite ist der Schleifteller angebracht. An diesem ist ein Schaumstoffpad entweder verklebt oder mit einem Klett-System befestigt, was einen schnelleren Wechsel ermöglicht.
Am Schleifteller bzw. genauer am Schaumstoffpad werden die Schleifscheiben angebracht, was normalerweise auch über ein Klettsystem erfolgt.
4 Mythen über Langhalsschleifer und warum sie nicht stimmen
Mythen und Langhalsschleifer? Ist das nicht “zu hoch gegriffen”? Nein, denn immer wieder hört man von “Experten” Unwahrheiten rund um den Trockenbau und die Arbeit mit Langhalsschleifern. Vier Unwahrheiten, die besonders oft erzählt werden, sollen an dieser Stelle widerlegt werden.
Mythos 1: Das Gewicht eines Langhalsschleifers spielt keine große Rolle
Besonders häufig hört man, dass das Gewicht eines Langhalsschleifers nicht von Belang ist oder zumindest keine übermäßig große Rolle spielt. Dies ist jedoch alles andere als richtig: Wenn man erst einmal längere Zeit über Kopf und an schwer erreichbaren Stellen mit einem Langhalsschleifer gearbeitet hat, dann weiß man, wie sehr das mit der Zeit in die Arme geht.
So leicht wäre schön…In solchen Momenten weiß man einen leichten Langhalsschleifer sehr zu schätzen. Sicher kommt es dabei nicht auf einzelne Gramm an, jedoch spürt man nach einiger Zeit selbst den Unterschied zwischen einem 3,6 kg-Langhalsschleifer und einem 4 kg-Langhalsschleifer!
Natürlich ist wie immer entscheidend, was und wie viel mit dem Langhalsschleifer gemacht werden soll: Will man als Privatperson gelegentlich kleinere Schleifarbeiten durchführen, so eignet sich dafür selbstverständlich auch ein Einsteigergerät mit einem etwas höheren Gewicht. Der professionelle Trockenbauer oder Maler wird sich dagegen zweimal überlegen, ob er dauerhaft 5 kg oder doch nur 3,6 kg in die Höhe hält.
Mythos 2: Das Schleifen mit einem Langhalsschleifer ist nur etwas für Profis
Viele Heimwerker haben vor dem ersten Schleifen mit einem Langhalsschleifer einen gewissen Respekt vor diesem Gerät. Dies ist jedoch eigentlich unnötig: Mit ein wenig Übung können auch ambitionierte Heimwerker sehr gute Schleifergebnisse mit einem solchen Schleifer erzielen und sollten sich daher überlegen, das Schleifen selbst zu übernehmen.
Sicher wird ein professioneller Trockenbauer oft die bessere Ausrüstung und normalerweise auch die größere Erfahrung haben. Doch wenn man als Heimwerker ein wenig in seine Ausrüstung investiert und einige Hinweise beachtet, kann man auch selbst sehr gut Trockenbauwände, Farben, Lacke, Holz usw. schleifen.
Mythos 3: Langhalsschleifer ist gleich Langhalsschleifer, für den Laien reicht daher auch ein billiges Gerät
Bei eBay gibt es immer wieder Anbieter, die billigste Chinageräte als “Marken-Langhalsschleifer” bezeichnen und diese dann für 99 € oder noch weniger verkaufen. Wenn man sich die Bilder anschauen, sieht man schon, wie schlecht sie verarbeitet sind.
Möchte man wirklich nur eine kleine Wand schleifen, dann mögen solche Langhalsschleifer ausreichen, aber wenn man auch nur halbwegs ambitioniert ist und Ansprüche an seine Arbeit hat, dann sollte man die Finger von solchen Geräten lassen. Denn nicht nur ist die Verarbeitung solcher Geräte so schlecht, dass sie dauernd kaputt gehen (Stichwort: Antriebswelle), auch lässt die Qualität der Arbeit zu wünschen übrig, man hat schnell Rillen und Kratzer in seiner Trockenbauwand.
Mythos 4: Die Staubabsaugung ist ein nettes Extra, aber nicht unbedingt notwendig
Es gibt viele Heimwerker, die sich zwar einen hochwertigen Langhalsschleifer kaufen, dann aber bei der Staubabsaugung sparen oder gar ganz auf sie verzichten. Dabei ist ein effizientes Absaugungssystem mit einem leistungsfähigen Industriesauger besonders wichtig und der Verzicht darauf einer der größten Fehler beim Schleifen. Vor allem wenn man über Kopf arbeitet, erklärt sich das wohl von selbst! Denn Baustaub verschmutzt nicht nur den Arbeitsbereich, der danach umso gründlicher gereinigt werden muss.
Vielmehr stellt dieser Staub auch eine Gesundheitsgefahr für den Verarbeiter dar. Darauf sollte man – besonders im Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen – Rücksicht nehmen. Man muss sagen: Es gibt keinen Langhalsschleifer, das eine 100%ige Staubabsaugung gewährt, das ist bei feinem Baustaub einfach nicht möglich. Wird dies von irgendeinem Hersteller an irgendeiner Stelle behauptet, so können Sie es getrost ignorieren!
Dennoch sollte man darauf achten, dass im Langhalsschleifer eine leistungsfähige Staubabsaugung integriert ist: Besonders bewährt haben sich dabei die Modelle, welche über einen gelochten Schleifkopf verfügen. Neben dem Schleifer selbst sollte man außerdem einen leistungsfähigen Industriesauger verwenden.
Zu guter Letzt sollte man auch auf eine passende Schutzausrüstung achten, wobei im Hinblick auf Baustaub besonders eine Staubmaske von Bedeutung ist. Diese kosten in einfachen Ausführungen nicht viel Geld und sind dennoch von großer Bedeutung beim Schleifen mit einem Langhalsschleifer.
Langhalsschleifer kaufen
Online-Shopping wurde besonders in den letzten Jahren immer beliebter. Man kann sogar sagen, dass der Einkauf im Internet heute für große Teile der Bevölkerung eine absolute Normalität darstellt. Immer mehr Heim- und Handwerker kaufen auch Ihre Werkzeuge sowie Verbrauchsmaterialien in Onlineshops ein. Will man einen Langhalsschleifer online kaufen, so hat dies gegenüber dem Kauf im Laden sowohl Vor- als auch Nachteile.
Langhalsschleifer online kaufen
Prinzipiell ist der Online-Kauf für viele Menschen sehr vorteilhaft. Der wesentlichste Vorteil liegt klar auf der Hand: Im Internet kann man rund um die Uhr und sieben Tage die Woche bestellen. Man ist nicht auf die Öffnungszeit einer Filiale angewiesen, was vor allem bei längeren eigenen Arbeitszeiten sehr angenehm sein kann.
Zudem können Interessierte auch intensive Recherchen zum Online-Anbieter anstellen und mögliche Erfahrungsberichte bisheriger Kunden lesen. Dafür existieren zahlreiche Webseiten wie ciao.de, außerdem haben viele Shops auch direkt auf ihrer Website Kundenberichte – und Bewertungen integriert, beispielsweise von Trusted Shops. Will ein Kunde einen Langhalsschleifer online kaufen, so kann er sich daher umfassend über einen Händler informieren.
Ein weiterer Vorteil sind oftmals die Preise. Zwar kann man nicht pauschal sagen, dass Online-Shops günstiger als Filialen vor Ort sind. Es ist jedoch eine Tatsache, dass viele Online-Shops – beispielsweise aufgrund ihrer geringeren Mietkosten – identische Produkte oft zu günstigeren Preisen anbieten können. Dabei darf man Folgendes jedoch nicht vergessen:
Sowohl Baumärkte als auch viele Online-Shops verkaufen oft Langhalsschleifer zu Tiefstpreisen. Diese Billiggeräte sind jedoch im wahrsten Sinne des Wortes nur billig, mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis hat dies nichts zu tun. Und daher auch nichts mit dem günstigen Preisen (für hochwertige Langhalsschleifer), die ein Online-Shop anbieten KANN. Will man einen Langhalsschleifer online kaufen, so sollte man daher nicht ausschließlich der Verlockung der billigen Internet-Preise erliegen.
Natürlich kommen im Internet gelegentlich noch Transportkosten hinzu. Bei einigen Online-Shops ist jedoch der Kauf eines Langhalsschleifers versandkostenfrei. Außerdem muss man berücksichtigen, dass auch bei der Fahrt beispielsweise zu einer Baumarktfiliale Transportkosten anfallen, auch wenn man diese normalerweise nicht bewusst wahrnimmt.
Langhalsschleifer offline kaufen
Gerade bei Elektrowerkzeugen setzen viele Heim- und Handwerker auf Qualität. Dies ist auch nicht verwunderlich, da in diesem Bereich große Qualitätsunterschiede existieren – und nichts ist ärgerlicher, als ein nicht funktionierender Langhalsschleifer in dem Moment, in dem man vor der Trockenbauwand steht und loslegen möchte! Da sich die Qualität von Langhalsschleifern in Online-Shops nur schwer testen lässt, sollten Besucher von vornherein auf einen seriösen Auftritt des Online Shops achten.
Von Vorteil ist außerdem, wenn der Shop ein (mindestens) 14-tägiges Rückgaberecht anbietet: Dann hat der Kunde hat die Garantie, dass er den Langhalsschleifer in Ruhe testen und sich von seiner Qualität überzeugen kann. Dies ist wichtig, da Online-Shops den Nachteil haben, dass man sich beim Kauf z.B. nicht sofort von der Verarbeitung des Langhalsschleifers überzeugen kann.
Stets gilt daher auch hier der Rat, dass man sich von übermäßigen „Schnäppchen“ in der Region unter 100 € fernhalten sollte, wenn man etwas anderes als ein „Einweggerät“ kaufen möchte. Denn auch wenn eine Rückgabe dieser Billiggeräte meist möglich ist, so hat man doch unnötige Arbeit und meist nicht wenig Zeit verschwendet.
Was spricht dafür bzw. dagegen, einen Langhalsschleifer gebraucht zu kaufen?
So manch ein Heimwerker denkt sicher vor den ersten Trockenbauarbeiten daran, erst einmal einen gebrauchten Langhalsschleifer zu kaufen. Wann sich das lohnen kann und in welchen Fällen man von gebrauchten Langhalsschleifern Abstand halten sollte, soll im Nachfolgenden erörtert werden.
Viele Heimwerker wollen erst in den Bereich des Schleifens von Trockenbauplatten etc. einsteigen und scheuen daher größere Investitionen. Andere wollen vielleicht nur einen sehr kleinen Bereich schleifen. Wenn man sich sicher ist, dass es dabei bleiben wird (weil man z.B. wirklich nur eine einzelne Wand abschleifen möchte), dann macht es sicher mehr Sinn, sich ein solches Gerät nur gebraucht zu kaufen.
Achtung vor Ramschware!
Zumindest ist es sinnvoller, sich ein gebrauchtes Markengerät (FLEX, Festool oder MENZER Langhalsschleifer) zu kaufen als eines dieser Billig(st)geräte, die bei eBay oft für unter 100 € über die “Ladentheke” gehen. Es muss einfach klar sein, dass ein qualitativ hochwertiger Langhalsschleifer zu diesem Preis nicht zu haben ist. Da braucht man meist nur die (oft negativen) Bewertungen zu lesen und sieht sofort, dass die Geräte selbst ihren geringen Preis nicht wert sind und man bei einem “Umtauschversuch” auf mangelndes Verständnis der Händler stößt.
Auch sollte man beachten, dass es sich bei billigen gebrauchten Langhalsschleifern wie auch bei allen anderen technischen Geräten (Autos…) verhält: Oft entpuppen sich vermeintliche Schnäppchen nach einiger Zeit als große Kostenverursacher, da man ständig Geld für Reparaturen, Ersatzteile etc. nachschieben muss. Sind dann die entsprechenden Ersatzteile nicht oder nur schwer erhältlich oder ein Reparaturservice nicht verfügbar, so ist der gebraucht gekaufte Langhalsschleifer zu nichts mehr zu gebrauchen.
Daher lohnt es sich normalerweise deutlich mehr, anstelle (gebrauchter) Billiggeräte nach den Einsteigergeräten etablierter Markenhersteller (wie oben erwähnt, z.B. FLEX, Festool, MENZER, Storch, …) zu schauen. Diese sind ab ca. 250 – 300 € erhältlich. Die Geräte haben sicher nicht den gleichen Leistungsumfang wie echte Profigeräte (geringes Gewicht, optimierte Absaugung etc.), sind aber für den durchschnittlichen Heimwerker völlig ausreichend. Zudem sind sie deutlich robuster und hochwertiger verarbeitet als No-Name-Billiggeräte.
Tipp:
Es gibt relativ preiswerte Langhalsschleifer von Markenherstellern neu zu kaufen. In solchen Fällen hat man eine Gewährleistung und (sofern man bei einem vertrauenswürdigen Händler kauft) auch die Sicherheit, dass man ein voll funktionsfähiges Gerät hat. Alternativ kann man schauen, ob man ein gebrauchtes und somit preiswerteres Markengerät findet. Nach Möglichkeit sollte jedoch auch dieses lieber direkt beim Hersteller oder einem Händler eingekauft werden, die gelegentlich generalüberholte Geräte anbieten.
Bei diesen hat man die Sicherheit, dass das Gerät voll funktionsfähig ist, zudem müssen diese auch bei gebrauchten Langhalsschleifern eine Gewährleistung anbieten. Dies ist leider nicht immer gegeben, wenn solche Geräte von Privatpersonen auf eBay oder anderen Marktplätzen und in privaten Kleinanzeigen angeboten werden. Bei solchen Angeboten sollte man vorsichtig sein, handelt es sich bei Langhalsschleifern doch um elektrische Geräte, die sorgfältig behandelt und regelmäßig gewartet werden müssen.
Schleifscheiben für Langhalsschleifer
An dieser Stelle soll geklärt werden, welche Schleifmittel für Langhalsschleifer geeignet sind, welche Arten es gibt und welche Verwendungsbereiche damit abgedeckt werden.
Allgemein kann man sagen, dass für die marktüblichen Schleifer immer Schleifscheiben mit einem Durchmesser von 225 mm verwendet werden sollten. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Langhalsschleifer mit speziellen Schleifköpfen, beispielhaft sei hier der Dreiecksschleifkopf der Flex Vario-Giraffe WST 700 VV Plus genannt. Für diesen Langhalsschleifer passende Schleifmittel haben das Format 290 x 250 mm und sind darüber hinaus 12-fach gelocht.
Gelochte Schleifmittel finden sich auch bei den Schleifscheiben mit einem Durchmesser von 225 mm, wobei die Anzahl und Anordnung der Löcher von Hersteller zu Hersteller verschieden ist. Generell lässt sich sagen, dass sich ungelochte 225 mm-Schleifscheiben für alle Langhalsschleifer (also auch für die mit gelochtem Schleifteller) verwenden lassen. Da gelochte Schleifteller in Verbindung mit entsprechend gelochten Schleifscheiben jedoch die Staubabsaugung verbessern (wichtig!), ist es ratsam, wenn möglich auch passende Schleifscheiben zu verwenden.
Daher sollte man beim Händler seines Vertrauens nachfragen, ob dieser zum jeweiligen Langhalsschleifer passende Schleifmittel im Sortiment hat. Für MENZER-Geräte sowie für den Storch Spider werden z.B. 6-fach gelochte Schleifscheiben benötigt, wohingegen Festool beim PLANEX auf eine 9-fache Lochung und Flex bei den Classic-Giraffen gar auf 10-fache Lochung setzt. Anzumerken ist, dass die Anzahl der Locher keine Auswirkung auf die Qualität der Absaugung hat, vielmehr handelt es sich hierbei um herstellerspezifische “Eigenheiten”.
Schleifscheiben für Langhalsschleifer aus verschiedenen Materialien
Schleifscheiben für Langhalsschleifer werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, die sich auf die verschiedenen Verwendungszwecke zurückführen lassen. Die meisten Schleifscheiben bestehen nach wie vor aus Normalkorund. Aufgrund seines besonders hohen Härtegrades ist Normalkorund ein ideales Schleifmittel, das sich erst bei über 2000 °C verformt und daher auch der bei Schleifarbeiten entstehenden Wärmeentwicklung gewachsen ist. Schleifmittel aus Normalkorund sind daher die geeignete Wahl beim Abschleifen von Holzwerkstoffen.
Zunehmend beliebter werden jedoch auch Korund-Schleifmittel, die zusätzlich mit einer Zink-Stearat-Beschichtung versehen sind. Diese weißlich aussehenden Schleifscheiben setzen sich langsamer mit Schleifstaub zu und können daher länger als herkömmliche Normalkorund-Schleifmittel verwendet werden.
Da die Zink-Stearat-Beschichtung z.B. besonders gut mit Farbpartikeln und Ähnlichem zurechtkommt, sind diese Schleifscheiben die bevorzugte Wahl der Maler. Neben Farben lassen sich auch Lacke und Spachtelmassen besonders gut abschleifen.
Für besonders hartnäckige Oberflächen empfehlen Profis normalerweise Schleifscheiben mit Siliciumcarbid-Korn, da diese Körner besonders hart und scharfkantig sind, weshalb sie sich hervorragend zum Schleifen fester Untergründe eignen.
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10 Fehler, die Sie mit Ihrem Langhalsschleifer besser nicht machen sollten
Was für manchen ambitionierten Heimwerker oder professionellen Trockenbauer völlig logisch ist, wird doch von so manchem Trockenbau-Beginner falsch gemacht. Daher sollen an dieser Stelle einige der häufigsten (und gefährlichen) Anfängerfehler genannt werden, die beim Schleifen mit einem Langhalsschleifer unbedingt vermieden werden sollten:
- Schleifen Sie niemals bleihaltige und giftige Anstriche mit Ihrem Langhalsschleifer. Die Stoffe, die dabei freigesetzt werden, schaden zwar auch der Umwelt und Ihrem Gerät, aber vor allem Ihnen und Ihrer Gesundheit.
- Setzen Sie Ihren Langhalsschleifer niemals Feuchtigkeit aus: Schleifen Sie niemals nasse Oberflächen! Dies gilt natürlich für jedes Elektogerät, es passiert dennoch – meist aus Leichtsinn und Vergesslichkeit – öfters als man denkt; dabei besteht die Gefahr eines Kurzschluss und gar eines Geräte-Defekts.
- Drücken Sie Ihren Langhalsschleifer nie gegen die zu schleifende Wand! Bei praktisch allen Langhalsschleifern ist die Antriebswelle die größte Schwachstelle. Wird der Schleifkopf nun mit großen Kraftaufwand gegen die Wand gedrückt, so droht diese zu reißen. Davon abgesehen, dass ein hoher Druck auf die Schleifkopf anstrengend für den Anwender ist, erzielt man die besten Schleifergebnisse ohnehin, wenn man den Schleifkopf lediglich bündig an die Trockenbauwand anlegt.
- Man sollte beim Schleifen darauf achten, dass keine Stromkabel in den Arbeitsbereich gelangen. Was bei einer Person und einer Schleifmaschine recht simpel erscheint, wird schnell zu einer Gefahr, wenn sich noch andere Personen und Geräte in der Nähe des Arbeitsbereichs befinden. Personen sollten daher aus dem Arbeitsbereich gebeten und Maschinen entfernt werden.
- Die Schleifarbeit ist vollbracht, der Langhalsschleifer ausgeschaltet und von der Steckdose getrennt, jetzt kann er an die Werkstattwand gehängt… STOPP! Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dennoch werden immer wieder Elektrogeräte “aufgeräumt”, indem sie mit dem Stromkabel an eine Werkstattwand gehängt werden! Das dies eine große Gefahr für die Stromkabel darstellt, muss hoffentlich nicht explizit erwähnt werden. Gleiches gilt selbstverständlich für den Transport: Auch beim Tragen des Schleifers sollte dieser niemals an seinem Stromkabel gehalten werden. Dies gilt selbstverständlich für alle Elektrogeräte, nicht nur für schwerere Langhalsschleifer…
- Sollte ein Kabel am Langhalsschleifer beschädigt sein, so muss das Gerät unbedingt repariert werden, bevor wieder mit dem Schleifen begonnen wird. Die Gefahr der Schädigung für Mensch und Maschine ist schlicht zu groß. Daher sollte es auch kein “nur diese kleine Fläche” geben! Sondern auf damit zum Fachhändler bzw. zur Fachwerkstatt!
- Schlecht beleuchtete Arbeitsplätze sind schlechte Arbeitsplätze. Dies ist ein häufiges Problem, da Räume, in denen geschliffen wird, oft noch Rohbauten sind, in denen eine adäquate Beleuchtung fehlt. Dennoch sollte der Raum stets ausreichend beleuchtet werden, da man sonst sehr schnell etwas Wichtiges übersieht, sei es der Nagel, der eigentlich nicht mitgeschliffen werden sollte oder das Stromkabel, das beim Laufen auf einmal im Weg war…
- Besonders wichtig ist es, niemals in der Nähe / Anwesenheit von Kindern zu schleifen. Auch wenn sie fasziniert von diesem langen Elektrogerät, dem Lärm und dem Staub der Baustelle sein mögen, so haben sie doch an einer Baustelle nichts zu suchen. Denn zum einen wird man selbst leicht abgelenkt, zum anderen kann man kaum kontrollieren, ob sie sich von den zahlreichen Gefahrenherden fernhalten.
- Benutzen Sie Ihren Langhalsschleifer niemals unter dem Einfluss von Alkohol und Medikamenten! Das gilt auch für das Feierabendbier, nach dessen Genuss Sie auf die Idee kommen, doch noch ein wenig zu arbeiten. Denn erwiesenermaßen lässt die Konzentration schon nach dem Konsum geringer Mengen von Alkohol nach, was auf der anderen Seite die Gefahren beim Schleifen erhöht (und davon abgesehen die Qualität der Arbeit senkt). Auch unter dem Einfluss zahlreicher Medikamente sollten Sie von Arbeiten mit dem Langhalsschleifer absehen. Das gilt selbstverständlich nicht für die Tablette Aspirin, die Sie gegen die leichten Kopfschmerzen eingenommen haben, wohl aber für Medikamente, die Sie beispielsweise in Ihrer Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
- Falls Sie keine Steckdose in unmittelbarer Nähe Ihres Arbeitsplatzes haben und daher ein Verlängerungskabel benötigen, so sollten Sie darauf achten, dass dieses über einen ausreichenden Leitungsquerschnitt verfügt. Nur so können ein Spannungsabfall oder Überhitzung vermieden werden.
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