Alternativen zum klassischen Haustürschloss

Zum Türschloss gibt es zahlreiche Alternativen, deren Tauglichkeit von persönlichen Voraussetzungen abhängt. Foto: ©Volodymyr Shevchuk / stock adobe

Türschlösser, die mit einem Schlüssel bedient werden, sind auch im 21. Jahrhundert weitverbreitet. Doch suchen bereits viele Menschen nach Alternativen zum klassischen Haustürschloss. Gründe dafür sind, dass sie sich ein Höchstmaß an Sicherheit für ihre Wohnung und mehr Komfort wünschen. Denn wer stand noch nicht mit vollgepackten Taschen und einem Kind auf dem Arm vor der verschlossenen Haustür und wünschte sich, dass sie doch bitte von allein aufgehen möge?

Warum klassische Schlösser an ihre Grenzen stoßen

Klassische Türschlösser erfüllen ihren Zweck. Eine abgeschlossene Tür signalisiert fremden Personen, dass sie ohne Erlaubnis die Wohnung anderer nicht betreten dürfen. Einbrecher stört das jedoch wenig, denn ein klassisches Türschloss hält sie nicht von ihrem Vorhaben ab.

Abhängig von der Art des Zylinders helfen den Einbrechern Techniken wie das Aufhebeln, Bohren oder Ziehen am Zylinder, um an ihr Ziel zu kommen. Picking-Techniken, die oft in Krimis zu sehen sind, sind lautlos. Nachbarn, die durch den Türspion äugen, können nicht erkennen, ob der Einbrecher einen Schlüssel oder Picking-Werkzeuge zum Öffnen der Tür benutzt.

Manche Einbrecher spionieren Sie vor dem Einbruch aus. Lassen Sie dann auf dem Parkplatz des Supermarktes den Schlüssel auf Ihrem Autodach liegen oder haben ihn an anderer Stelle nicht im Auge, ist blitzschnell ein Abdruck angefertigt, ohne dass Sie es bemerken. Folgt Ihnen der Einbrecher, findet er Ihre Adresse schnell heraus. Bei nächster Gelegenheit räumt er unbemerkt Ihre Wertsachen aus der Wohnung.

Versucht ein Unbefugter während Ihrer Abwesenheit, in Ihre Wohnung zu gelangen, sind Sie darauf angewiesen, dass Nachbarn den Einbruch bemerken und die Polizei rufen. Eine direkte Verbindung zu Ihnen, der Polizei oder einem Sicherheitsdienst existiert nicht.

Deshalb bietet ein klassisches Schloss nur einen Basisschutz. Zudem ist nicht nachvollziehbar, wer wann die Tür geöffnet hat.

Alternativen zum klassischen Haustürschloss

Durch den technischen Fortschritt ist es heute, im 21. Jahrhundert, jedoch möglich, sich auf modernere Weise mehr Sicherheit zu verschaffen. Ein Schlüssel, der verloren geht oder von innen steckt, während Sie außen stehen, gehört künftig der Vergangenheit an – sofern Sie den nostalgischen Schlüssel entbehren können. Auch wenn Sie den futuristischen Look bevorzugen, ist ein elektronisches Türschloss eine Alternative zum klassischen Haustürschloss.

Elektronische Türschlösser

Elektronischen Türschlössern gehört die Zukunft, doch die meisten Menschen kennen sie bisher nur als Alternative zu den lästigen Hotelzimmerschlüsseln, die dank der elektronischen Alternativen nicht mehr verloren gehen. Statt mit einem Schlüssel öffnen Sie die Tür mit einem digitalen Schließmedium wie einer SmartCard oder einem Transponder. Gehen diese verloren, ist schnell für Ersatz gesorgt. Ein Austausch von Schlössern ist nicht mehr notwendig. Sie melden den Verlust und Ihr verloren gegangenes Schließmedium wird sofort über ein Locking-Management-System gesperrt und ein neues mit wenigen Klicks programmiert. In wenigen Minuten ist die Sicherheit wiederhergestellt.

Das Locking-Management-System ist eine Schließanlagensoftware, mit der Sie beliebig viele elektronische Türschlösser unkompliziert in einem Identifikationsmedium vereinen können. Zudem ist es bei vielen elektronischen Türschlössern möglich, den Zutritt per Smartphone über eine App zu erlangen.

Smart Locks

Smart Locks funktionieren über einen Hub oder eine Bridge, die die einzelnen Smart Locks miteinander verbinden. Die SmartLocks ersetzen die Zylinder herkömmlicher Schlösser und lassen sich ohne Passwort, PIN oder Schlüssel bedienen, denn sie gehören zu den intelligenten Schlössern. Stattdessen öffnen Sie die Tür mithilfe Ihres Mobiltelefons oder über biometrische Daten.

Was Sie dazu benötigen, ist ein Wi-Fi-Netzwerk (drahtloses Netzwerk) oder Bluetooth. Nutzen Sie ein drahtloses Netzwerk? Dann können Sie Ihre SmartLocks mit anderen smarten Sicherheitsprodukten ergänzen. Infrage kommen etwa ein digitaler Assistent, eine Türklingel mit Kamera, eine Smartwatch oder ein Smartphone.

Eine andere Methode, um Smart Locks zu nutzen, ist RFID/NFC. Bei dieser Technologie werden die Informationen von einem codierten Speicherchip über eine Antenne an einen RFID-Leser übertragen. Damit sich die Türen öffnen, benötigen Sie Tags (Etiketten) und/oder Tokens. Diese halten Sie ans Schloss und die Tür öffnet sich automatisch. Funktionieren die Smart Locks über NFC, basieren sie auf RFID-Protokollen. NFC funktioniert wie passive RFID-Tags ohne Strom.

Smart Locks lassen sich zudem – wie bei Garagentoren üblich – über eine Fernbedienung steuern. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, ein elektronisches Schloss zu öffnen, etwa mit Ihrem Fingerabdruck.

Fingerabdruckschlösser

Fingerabdruckschlösser sind moderne Schlosssysteme, die jeweils aus einem Verriegelungsmechanismus und einem Fingerabdruckscanner bestehen. Diese Technik ermöglicht es, sich mit einem biometrischen Fingerabdruck (Fingerprint) zu identifizieren. Die Informationen, die der Fingerabdruck enthält, werden von einem Mikroprozessor verarbeitet. Stimmen sie mit dem hinterlegten Fingerabdruck überein, veranlasst der Mikroprozessor, dass sich das Schloss entriegelt.

Ein Fingerabdruck ist einzigartig und lässt sich nur schwer fälschen. Worauf Sie jedoch achten sollten, ist, dass die Batterie des Fingerabdruckschlosses immer ausreichend Power hat, damit Sie nicht vor verschlossener Tür stehenbleiben müssen. Achten Sie auf Batterie-Warnmeldungen.

Auf der sicheren Seite befinden Sie sich, wenn Sie das Fingerabdruckschloss durch ein RFID-Medium ergänzen. Dieses gehört nicht zum üblichen Umfang des Fingerprint-Schlosses und muss zusätzlich erworben werden.

Tipp: Brauchen Sie Hilfe, weil Sie vor Ihrer verschlossenen Wohnungs- oder Haustür stehen, hilft Ihnen ein Schlüsseldienst etwa in Mettmann gern weiter.

Türöffnung per Code

Ein Türschloss, das sich nur mit einem PIN-Code öffnen lässt, setzt voraus, dass Sie sich den Code merken. Er eignet sich daher nicht für ältere Personen, die möglicherweise an Demenz leiden. Zudem besteht das Risiko, dass Unbefugte den Code ausspähen. Auch mit diesem System ist es möglich, unterschiedliche Personen mit verschiedenen Codes auszustatten, damit sie Zugang zum Haus erhalten. Wer keine Befugnis mehr haben soll, wird aus dem System gelöscht.

Gesichtserkennung und andere biometrische Systeme

Ein biometrisches Türschloss mit Gesichtserkennung, einem Iris- oder einem Handvenen-Scan funktioniert wie ein Fingerabdruckschloss. Das biometrische Merkmal wird einmalig gespeichert. Die Zutrittskontrolle erfolgt durch einen Vergleich der Informationen mit dem gespeicherten biometrischen Merkmal. Abhängig davon, ob die Merkmale identisch sind oder nicht, öffnet sich das Schloss oder der Zugang wird verwehrt. Die sicherste biometrische Erkennung ist der Iris-Scan, dennoch ist die Biometrie nicht hundertprozentig fälschungssicher. Kriminellen kann es gelingen, mit Spezialtechniken Fingerabdrucksensoren zu umgehen. Bei der Gesichtserkennung können die Geräte mit Fotos oder Masken getäuscht werden.

Fazit: Welche Alternative ist die richtige?

Zum Türschloss gibt es zahlreiche Alternativen, deren Tauglichkeit von persönlichen Voraussetzungen abhängt. Legst Du besonderen Wert auf Sicherheit, empfiehlt es sich, mehrere Alternativen zu kombinieren.

Ein Smart-Lock-System eignet sich für Mietwohnungen und Familien, wenn Sie auf einen hochwertigen Akku, Kompatibilität und eine gute Verschlüsselung achten. Ein biometrisches Schloss eignet sich für Menschen, die nicht aufs Geld schauen müssen, denn diese Systeme sind von allen Alternativen am teuersten. Wechseln die Nutzer häufig, ist ein elektronisches Zahlenschloss eine wertvolle Alternative, denn es ist robust und leicht zu handhaben. Jedoch sollten die Nutzer gesund sein und nicht unter Demenz oder einer ähnlichen Krankheit leiden.