Wohnerweiterung durch Wintergarten – Vorteile & Kosten

Hauseigentümer können mit einem Wintergarten mehr Wohnraum schaffen. Foto: © star / stock adobe

Mit einem Wintergarten schaffen Sie zusätzlichen Wohnraum, mit dem Sie ganzjährig der Natur nahe sein können und dennoch im Warmen sitzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie von dessen Vorteilen und wie viel die Wohnraumerweiterung kostet.

Was ist ein Wintergarten

Ein Wintergarten ist ein Leichtbauwerk, das Schlagregen, Luft und Wind draußen hält. Dieses kann als selbstständiges Bauwerk auf einem Grundstück stehen. Zudem besteht die Möglichkeit, ihn in ein Gebäude zu integrieren oder geschlossen an das Haus anzubauen. Mit einem Wintergarten-Anbau ans Wohnzimmer schaffen Sie sich einen hellen Rückzugsort und mehr Raum zum Wohnen.

Charakteristisch für einen Wintergarten sind seine großen Glasflächen. Vorgeschrieben sind jedoch mindestens eine Wandfläche und ein transparentes Dach, das meist auch aus Glas besteht.

Eine Terrassenüberdachung mit seitlichen Windschutzelementen, die nicht schlagregen-, wind- und luftdicht sind, zählt nicht als Wintergarten. Ebenfalls nicht als Wintergarten zu bezeichnen, sind Gewächshäuser und überwiegend verglaste Räume mit massivem Dach.

Wohnraumerweiterung durch einen Wintergarten

Vor dem Kauf oder dem Bau eines Wintergartens müssen Sie sich für oder gegen einen Kalt- oder Warmwintergarten entscheiden. Den hauptsächlichen Unterschied macht die Temperatur im Innenraum. Bei einem Kaltwintergarten sinken mit den Temperaturen im Außenbereich auch die im Inneren des Anbaus. Deshalb ist ein Kaltwintergarten nur zeitlich beschränkt nutzbar. Bei einem Warmwintergarten ist das anders, denn er wird beheizt. Dadurch erreichen Sie mindestens eine mäßige Temperatur, welche die ganzjährige Nutzung als Wohnraum möglich macht. Sie gewinnen zusätzliche Quadratmeter, um sich zurückzuziehen. Inmitten von Pflanzen können Sie lesen, spielen, arbeiten, Sport treiben oder anderen Aktivitäten nachgehen.

Vorteile eines Wintergartens

Mit einem Wintergarten schaffen Sie einen fließenden Übergang vom Wohnraum zur Natur, der Ihnen viel Tageslicht bietet. Die natürliche Helligkeit wirkt sich positiv auf die Stimmung aus und reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Das Zusammenspiel von Licht und Natur steigert das Wohlbefinden und die Lebensqualität.

Ein Wintergarten erhöht den Wert Ihrer Immobilie um schätzungsweise zehn Prozent. Bei einem großen und hochwertig ausgestatteten Wintergarten kann die Werterhöhung noch höher ausfallen. Beispielsweise wirken sich die Qualität der verwendeten Materialien, eine moderne Verglasung und gute Isolierung sowie die Integration von Smart-Home-Technologien auf den Wert des Wintergartens und damit auf den der Immobilie aus.

Wertsteigernd sind zudem Belüftungs- und Beschattungssysteme sowie Hypotauscher-Steinspeichersysteme. Diese bestehen aus Tonsteinen, die unterhalb des Fußbodens zu einem Röhrensystem verlegt werden. Sie übernehmen die Funktion einer in Wohnräumen üblichen ‚atmenden Wand‘. Die Vorteile liegen in einer natürlichen Feuchtigkeitsregulierung und einem geringen Energieverbrauch. Zudem nehmen die Tonsteine mit dem gespeicherten Wasserdampf Wärme auf und geben sie bei Bedarf wieder ab.

Häuser mit Warmwintergärten sind begehrt, weil Sie das ganze Jahr über die Natur genießen können. Ob Herbst oder Winter – Sie sitzen im Wintergarten im Warmen und erfreuen sich am Herabfallen der bunten Blätter oder an der weißen Winterlandschaft.

Kosten eines Wintergartens

Wie viel Geld Sie für den Wintergarten aufbringen müssen, hängt von der Art des Wintergartens, von dessen Größe, der Ausstattung und vom Anbieter ab.

Im Durchschnitt kostet ein ungedämmter und einfach verglaster Kaltwintergarten zwischen fünfhundert und neunhundert Euro pro Quadratmeter. Für eine Wärmedämmung und Mehrfachverglasungen sollten Sie zweihundert bis dreihundert Euro mehr veranschlagen. An Nebenkosten fallen vier bis sechshundert Euro für die Baugenehmigung an. Für das Fundament brauchen Sie 1.200 bis 5.500 EUR. Bauen Sie Ihren Wintergarten nicht selbst auf, benötigen Sie weitere zwei bis sechstausend Euro für den Aufbau.

Zu diesen Kosten kommen 2.500 bis 5.000 Euro für die Heizung hinzu. Die Belüftung kostet zweihundert bis zweitausend Euro. Für die Beschattung brauchen Sie Markisen, Vordächer oder einen anderen Sonnenschutz. Dafür sollten Sie zweitausend bis 3.500 Euro zur Verfügung haben.

Wie viel ein Wintergarten kosten wird, hängt wesentlich vom Material ab. Die billigste Variante mit zwölf Quadratmetern besteht aus Kunststoff. Dafür zahlen sie fünf- bis elftausend Euro. Bis zu 15.000 EUR sollten Sie für ein Modell gleicher Größe aus Holz veranschlagen. Für einen Aluminium-Wintergarten brauchen sie 17.500 bis 22.500 EUR. Die Edelstahlvariante kostet 25.000 bis 35.000 EUR. Bei den Zahlen handelt es sich um Schätzungen für das Jahr 2026.

Fördermöglichkeiten und Finanzierung

Das notwendige Geld für einen Wintergarten liegt selten auf dem Sparkonto der Käufer. Zur Finanzierung können Sie jedoch ihren Bausparvertrag auszahlen lassen und zusätzlich einen Modernisierungskredit beantragen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt für energieeffiziente Bauvorhaben zinsgünstige Kredite bis zu 100.000 EUR bei nachgewiesener energetischer Effizienz sowie Zuschüsse bis zu 30.000 EUR bei Einhaltung der aktuellen Energiestandards.

Zudem haben Sie die Möglichkeit, staatliche Fördermittel für die energetische Sanierung zu beantragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert unter anderem einen Fenstertausch in einem Warmwintergarten mit zwanzig Prozent der Investitionskosten, wenn diese dichter und energieeffizienter als die alten sind. Eine steuerliche Förderung von zwanzig Prozent über drei Jahre verteilt kommt in Betracht, wenn das Haus, in dem Sie selbst wohnen, mindestens zehn Jahre alt ist.

Planung und Bau – worauf achten?

Möchten Sie einen Wintergarten selbst bauen, sollten Sie diesen mit Sorgfalt planen. Am Anfang steht eine grobe Skizze, die den Grundriss des Wintergartens erkennen lässt. Achten Sie darauf, dass der Wintergarten zum bestehenden Gebäude passt. Hilfe bei der Planung erhalten Sie von Wintergarten-Fachplanern und Architekten. Über den Wintergarten-Fachverband können Sie Adressen von Herstellern sowie Planungshilfen beziehen.

Zudem sollten Sie sich bei der Gemeinde erkundigen, ob eine Bauanzeige ausreicht oder Sie eine Baugenehmigung beantragen müssen. Die notwendigen Unterlagen erhalten Sie von renommierten Wintergartenfirmen.

Bei der Wahl der Materialien achten Sie darauf, dass sie hochwertig und lichtdurchlässig sind. Zudem sollten diese langlebig und energieeffizient sein. Das gilt ebenso für die Belüftung und eine schnell reagierende Heizung von ausreichender Dimension.

Bei der Verglasung sind zusätzliche Sicherheitsaspekte zu beachten. Sicherheitsglas ist bei der Bedachung Pflicht. Bei diesem verhindert eine Folie, dass Scherben hinunterfallen. Eine Alternative zum Sicherheitsglas ist Acrylglas. Bedenken Sie jedoch, dass dieses anfällig für Kratzer ist.