Ratgeber Holzofen & Kaminofen

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Zuerst war das Feuer, dann entstand der Ofen! Geschichtlich gesehen ist die älteste belegte Feuer-Fundstelle, mit verbrannten Nahrungsresten, ca. 700.000 Jahre alt. Auch  in religiösen Überlieferungen und Mythen findet Feuer seine Erwähnung, wie z. B. dem Vogel Phöenix („wie der Phöenix aus der Asche“).

Nicht nur in der damaligen Zeit, sondern insbesondere heute, führt der Weg zurück zur Natur. Die Klimaerwärmung, die Verknappung der fossilen Brennstoffe und heutzutage besonders die immense Explosion der Preise für diese Brennstoffe. Die Ressourcen dieser Welt sind knapp. Es ist die Pflicht jedes einzelnen Bürgers, die Umwelt zu schonen bzw. nicht mehr als nötig zu belasten. Auch die finanziellen Mittel sind begrenzt und verantwortungsbewusstes Wirtschaften ist das Gebot der Stunde, besonders für ihren eigenen Geldbeutel.

In natürlicher Konsequenz setzt sich der verantwortungsbewusste Hausbesitzer mit erneuerbaren Energien und dem Kaminofen als Wärmequelle für das Eigenheim auseinander. In diesem Ratgeber wird insbesondere Holz als erneuerbare Energie vorgestellt. Weiterhin wird detailliert erläutert, wie der Kaminofen diese regenerative Energiequelle optimal nutzt. Es geht also weniger um die Optik oder Ausstattung bzw. Kaufberatung eines Holz- oder Kaminofens (hierzu gibt es bereits viele Ratgeber im Netz und offline), sondern um die Funktionsweise eines solchen Ofens – und wie Sie diesen optimal betreiben.

 

Auf einen Blick: Warum ist ein Holzofen bzw. Kaminofen umweltfreundlich?

Ein Holzofen ist dann umweltfreundlich, wenn er korrekt verwendet wird und wenn das verwendete Holz aus einer nachhaltigen Quelle stammt. Hier sind alle Gründe, warum ein Holzofen als umweltfreundlich betrachtet werden kann:

  • Erneuerbare Energiequelle: Holz ist eine erneuerbare Energiequelle, die durch nachhaltiges Forstmanagement und die Wiederaufforstung von Wäldern erhalten werden kann. Im Gegensatz dazu sind fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl begrenzt und nicht erneuerbar.
  • Weniger Kohlenstoffemissionen: Wenn Holz in einem Holzofen verbrannt wird, gibt es zwar Kohlendioxid (CO2) frei, aber der CO2-Ausstoß ist im Allgemeinen viel geringer als bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Das liegt daran, dass die Kohlenstoffemissionen aus dem Holz in der Atmosphäre während des Wachstums des Baumes aufgenommen wurden. So wird beim Verbrennen von Holz im Wesentlichen nur die Kohlenstoffmenge freigesetzt, die der Baum während seines Lebens aufgenommen hat, während bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen Kohlenstoff freigesetzt wird, der seit Millionen von Jahren im Boden gebunden war.
  • Weniger Luftverschmutzung: Wenn Holz in einem Holzofen effektiv verbrannt wird, kann es zu weniger Luftverschmutzung beitragen als fossile Brennstoffe. Moderne Holzöfen verfügen über effektive Filtersysteme, um die Freisetzung von schädlichen Partikeln zu reduzieren, die sonst in die Luft gelangen würden.

Allerdings gibt es auch einige Faktoren zu beachten, um sicherzustellen, dass ein Holzofen tatsächlich umweltfreundlich ist. Dazu gehört, dass nur trockenes, unverarbeitetes Holz aus nachhaltigen Quellen verwendet wird, dass der Ofen ordnungsgemäß gewartet und gereinigt wird und dass er nicht in Gebieten eingesetzt wird, in denen die Luftqualität bereits schlecht ist.

 

Holz als erneuerbare Energie

Heutzutage weiß jedes Kind, dass die Vorräte an fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle begrenzt sind. Dies gilt umso mehr, als der weltweite Energieverbrauch überproportional zunimmt. Die zunehmende Ressourcenverknappung mit der daraus resultierenden Preisexplosion, aber auch das zunehmende ökologische Bewusstsein führen zu einer Hinwendung zu regenerativen Energien.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der neutral verbrennt, also nur die gleiche Menge CO2 bei der Verbrennung freisetzt, wie er das bei natürlichem Verrottungsprozess tun würde. Auch durch die nachhaltige Waldwirtschaft in Deutschland, bei der nur so viele Bäume entnommen werden, wie Neue gepflanzt werden, ist der Rohstoff Holz unbegrenzt verfügbar.

Regenerative Energien sind Quellen, welche sich entweder kurzfristig selbst erneuern oder welche durch eine Nutzung nicht ausgebeutet werden. Hierzu gehören Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme, Biogas, Bioethanol und Holz. Hier ist die Nutzung von Holz besonders interessant, da dieser Energieträger bereits seit Jahrtausenden von Menschen zur Wärmegewinnung genutzt wird. Hierbei konnten dank dieser langjährigen Erfahrungen Sicherheit und Effizienz kontinuierlich verbessert werden, so dass dem modernen Menschen heute, mit den aktuellen Kaminöfen eines der besten, auf neuestem technischen Stand befindliche, Systeme zur Wärmegewinnung zur Verfügung steht.

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Holz Fakten: Holzsorten und Heizwertvergleich

Holz ist nicht gleich Holz. Sowie Kaminofen nicht gleich Kaminofen ist! Unterschiedliche Holzarten haben einen unterschiedlichen Brennwert und auch die jeweilige Qualität und Feuchtigkeit haben Einfluss auf die optimale Wärmewirkung. In Deutschland werden überwiegend Holz von den Laubbäumen Eiche, Buche, Robinie und Birke sowie von den Nadelhölzern Kiefer und Fichte angeboten.

Hier finden sie eine genaue Übersicht der verschiedenen Holzsorten:

Eichenholz

Eichenholz ist das härteste und schwerste Holz von allen hier aufgeführten Holzarten. Es wird es sehr gerne im Fachwerkhausbau eingesetzt oder aber für Fußböden und Küchen, da es eine sehr lange Lebensdauer hat. Es gibt weltweit ungefähr 600 Unterarten der Eiche und auch in Deutschland zählt es zu den heimischen Rohstoffen, die vor allem in Mischwäldern wachsen und deren Anteil bei ungefähr 9 % liegt. Die Farbscala verläuft von Orange über gräulich-grün bis hin zu fast Schwarz (Mooreiche). Bei Brennholz ist die Eiche immer Erste Wahl, nicht nur wegen Ihrem sehr guten Heizwert von 2100 kWh/rm und ihrem langsamen Verbrennungsprozess.

Eigenschaften:

  • Hohe Verrottungsbeständigkeit, wird selten von Wurmfraß befallen, feuchtigkeitsbeständig aufgrund der eingelagerten Gerbstoffe im Kern (Tischlerholz, Bauholz)
  • Verbrennung sehr langsam, da es wenig Harzanteile hat
  • Geringer Funkenflug bei guter Glutbildung (wenig Knackgeräusche und nur einfaches Flammenbild)
  • Leicht von Hand spaltbar und lange Lagerungszeiten (trocknet langsamer wegen der Rohdichte von 650 kg/ m3, also mindestens 2 Jahre lagern)

Buchenholz

Buchenholz ist sehr hart und besteht aus feinen Fasern. Es wird sehr gern Furnierholz eingesetzt oder aber auch in der Möbelindustrie, wegen seiner hohen Biegefestigkeit. In Deutschland zählt es zu den heimischen Rohstoffen, eines der beliebtesten Laubhölzer als Nutz- und Industrieholz, die vor allem in Mischwäldern wachsen und deren Anteil bei ungefähr 13,7 %. Bei älteren Hölzern bildet es einen dunkleren Kern (Rotkern), bei sonst farblich homogenem Aufbau. Durch seine Härte recht unempfindlich gegen äußere, mechanische Beanspruchung. Bei Brennholz ist die Eiche immer erste Wahl, nicht nur wegen Ihrem sehr guten Heizwert von 2100 kWh/rm und ihrem geringen Funkenflug.

Eigenschaften:

  • Verbrennung sehr langsam, da es wenig Harzanteile hat
  • Geringer Funkenflug bei starker Glutbildung (wenig Knackgeräusche und ruhiges, einfaches Abbrandverhalten)
  • Einsatz meist für Wärmegewinnung, nicht für die Optik im offenem Kamin
  • Leicht von Hand spaltbar und lange Lagerungszeiten (trocknet langsamer wegen der Rohdichte von 720 kg/m3, also mindestens 2 Jahre lagern)
  • Herstellung von Holzkohle, ist auch gut zum Grillen geeignet

Robinienholz

Robinienholz, auch falsche Akazie genannt, ist ein schweres und robustes Holz. Die Robinie ist in geschältem und eingeschnittenem Zustand ein helles Holz mit grünlich-gelblicher Farbe. Bei der Trocknung geht diese Farbe in schokoladenbraun über. Es wird es sehr gerne im Bau von Gartenmöbeln und Geländern im Außenbereich eingesetzt, da es sehr widerstandsfähig gegen Verrottung ist, auch ohne Imprägnierung. Es steht selbst bei schlechter Qualität im Durchschnitt mindestens 20 Jahre im Boden. Im Sinne des Umweltschutzes oft auch als Ersatz von Teakholz eingesetzt. Robinienholz hat einen sehr guten Heizwert von 2100 kWh/rm, ähnlich Buchen- und Eichenholz, ist aber leider nicht immer gut zu bekommen. Sowohl die Samen als auch die Borke der Gewöhnlichen Robinie enthalten toxische Lektine, sogenannte Toxalbumine. In der Borke sind die Inhaltsstoffe stärker konzentriert. Vergiftungen treten in der Regel jedoch weniger häufig durch das Kauen von Borke als durch den Verzehr von Samen auf. Besonders Kinder sind hierdurch gefährdet.

Eigenschaften:

  • Hohe Verrottungsbeständigkeit, wird selten von Wurmfraß befallen, feuchtigkeitsbeständig
  • Brennt schwer an, hat aber eine sehr gute Glutbildung und glüht lange nach
  • Einsatz meist für Wärmegewinnung (siehe Brennwerttabelle), nicht für die Optik in offenem Kamin
  • Kurze Lagerungszeiten (1 Jahr)

Birkenholz

Birkenholz ist ein leichtes, aber witterungsbeständiges, sehr schnell wachsendes Holz. Im Gesamtcharakter entsteht ein hellfarbiges und schlichtes, bis hin zu einem sehr dekoratives Nutzholz, in den Farbtönen gelblichweiß, rötlichweiß oder hellbräunlich gefärbt, mit perlenem Glanz. Es wird meist für Furniere, Leitern, Tische, etc. verwendet. Auch als Brennholz ist es als dekoratives Kaminholz beliebt, das wegen seiner ätherischen Öle sogar in frischem Zustand brennt bei einem Heizwert von 1900 kWh/rm. Birkenrinde ist gut als Zunder und zum Entzünden eines Feuers geeignet. Es ist das klassische Kaminholz, mit einem tollen, recht hellen, bläulichen Flammenbild.

Eigenschaften:

  • Sehr resistent gegen Feuchtigkeit und Trockenheit (trocknet in 1,5 Jahren bei richtiger Lagerung)
  • Sehr schönes, helles, leicht blaues Flammenbild (besonders für offene Kamine geeignet)
  • Geringer Funkenflug deshalb auch in offenen Öfen sehr gut geeignet, wenig harzig mit gutem Duft
  • Brennt etwas schneller als Buche oder Esche, aber langsamer als Nadelhölzer.

Kiefernholz

Kiefernholz ist ein sehr schnellwüchsiges Nadelholz, das eine breite Farbpalette aufweist. Das dicke Splintholz hat eine gelblich- bis rötlich-weiße Farbe, während das Kernholz eine rötlichgelbe Färbung aufweist, aber zu einem rötlichbraunen bis rotbraunen Ton nachdunkelt. Es wird gerne für Furniere, Spanplatten oder auch für Geländer, Treppen oder Böden eingesetzt. Hauptanwendungsgebiet ist der Möbelbau. Für den Kamin als Brennholz verwandt, setzt es einen angenehmen Geruch nach Harz frei. Allerdings ist der Brennwert mit 1700 kWh/rm eher im mittleren Bereich anzusiedeln. Dafür ist Kiefernholz außerordentlich günstig. Der Flächenanteil in Deutschland beträgt 27 %.

Eigenschaften:

Eine mittlere Rohdichte von 520 kg/m3 und ist damit im Vergleich zu anderen Nadelhölzern mittelschwer, Trocknung im Vergleich zu anderen Hölzern schnell (1,5 Jahre bei richtiger Lagerung)

  • Schnelle und heiße Verbrennung
  • Eher für geschlossene Kamine wegen dem mittleren Funkenflug, aber der Harzanteil setzt einen angenehmen Geruch frei
  • Wird auch als Hackschnitzel oder Holzpellets gerne genutzt

Fichtenholz

Fichtenholz ist ein schnellwachsendes, aber relativ anfälliges Holz für Schädlingsbefall, besonders in Monokulturen. Da es in Deutschland weit verbreitet ist, ist es ziemlich günstig. Das Holz ist hell weißlich bis gelb-weißlich mit perlendem Glanz. Es wird in fast allen Bereichen eingesetzt, besonders in der Papierherstellung, findet aber auch in der Musikinstrument Herstellung seinen Platz. Auch im Bereich der energetischen Nutzung spielt Fichtenholz mit einem Brennwert von 1.500 kWh/rm eine mittlere Rolle, auch als Hackschnitzel, Pellets oder für Biomassebrennwerke. Ohne Holzschutzmittel nur mäßig im Außenbereich einsetzbar.

Eigenschaften:

  • Fichtenholz ist sehr weich mit einem Mittelwert der Rohdichte von 440 kg/m3, dadurch schnelle Trocknung
  • Schnell an- und abbrennendes Holz, eignet sich sehr gut als Anzündholz besonders für Hartholz beschickte Öfen
  • Sehr harzig, eignet sich wegen starken Funkenflug eher für geschlossene Kaminöfen
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Energienholz

Dieser Begriff läuft immer wieder durch die Medien und wird als interessante Alternative zu fossilen Brennstoffen gehandelt. Aber was versteht man darunter? Energieholz, wie der Name schon sagt wird zur Energiegewinnung eingesetzt. Energieholz kann so ziemlich jedes Holz sein, egal ob Eiche, Buche oder aber auch Resthölzer aus der Industrie, alte Möbelhölzer, Holzabfälle aus der Bestandspflege. In der Regel wird nur „minderwertiges“ bzw. Restholz als Energieholz verwendet, aber auch hier gelten die strengen Auflagen für Giftstoffe wie Lacke oder Beschichtungen.

In Form von Hackschnitzeln, oder aber auch weiterverarbeitet als Holzpellets oder Holzbriketts trifft man Energieholz immer häufiger auf dem Markt. Die Möglichkeiten der Wärmegewinnung, auch auf industrieller Art und der Stromversorgung, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Im Moment liegt der Prozentsatz in Deutschland bei 4%, bei einem Waldanteil von 30% der Staatsfläche. In den letzten Jahren ist ein deutlicher Umdenkprozess spürbar, die Nutzung des “Alten/Neuen“ Brennmaterials Holz wieder in den Vordergrund zu schieben. Als erneuerbarer Energieträger wird Holz somit auch in den nächsten Jahren, wie auch Strom- oder Windenergie, weiter eine wichtige Bedeutung, für die Zukunft der CO2-neutralen Energiegewinnung, bekommen.

Je höher der Heizwert eines Holzes ist, desto wertvoller ist es. Auch wenn der Heizwert grundsätzlich mit der Dichte des Holzes und mit der jeweiligen Feuchtigkeit Schwankungen unterliegt, so kann grundsätzlich die folgende Rangfolge aufgestellt werden:

Holzart / Brennwert KwH/rm / Ersetzte Heizölmenge

  • Buche, Esche, Eiche: 2100 / 180 – 195 Liter
  • Birke: 1900 / 165 Liter
  • Lärche: 1700 / 185 Liter
  • Kiefer: 1700 / 170 Liter
  • Fichte: 1500 / 130 Liter

Ob der unterschiedlichen Dichte der Hölzer sind die Relationen nicht linear.

Im Brennholzhandel gibt es einige Maßeinheiten und Begriffe, die für den Laien erstmal verständlich gemacht werden müssen, wie z. B. Festmeter, Raummeter oder auch Schüttraummeter, sowie Scheitholz und Anmachholz.

Maße und Formen

Festmeter

Das Maß Festmeter bezeichnet einen Würfel aus massivem Holz, also ohne Luftzwischenräume, mit den Kantenlängen von 1 m x 1 m x 1 m. Dabei handelt es sich um ein mathematisches Maß, da es in der Praxis kaum zur Anwendung kommt.

FM = Festmeter aus Kamin-, Brennholz

Raummeter

Das Maß Raummeter, das am häufigsten anzutreffende Maß, bezeichnet einen Würfel aus Holz, dieses Mal aber mit den Luftzwischenräumen, wie sie bei aufgestapeltem Stammholz oder Holzscheiten zu finden ist, mit den Kantenlängen von 1 m x 1 m x 1 m. Die Luftzwischenräume werden mit berechnet.

RM = Raummeter aus Kamin-, und Brennholz

1 Festmeter entspricht etwa 1,6 Raummeter Brennholz.

Schüttraummeter

Das Maß Schüttraummeter bezeichnet wieder einen Würfel aus Holz mit den Kantenlängen von 1 m x 1 m x 1 m. Dieses Mal werden die Holzscheite (in der Regel 25 oder 33 cm lang) einfach in einen Behälter mit diesen Maßen „geschüttet“. Dadurch entstehen ab und zu größere Zwischenräume, weshalb der Schüttraummeter auch etwas geringer ist als der Raummeter Kaminholz.

SRM = Schüttraummeter aus Kamin-, Brennholz

1 Schüttraummeter (33 cm Holzscheitlänge) sind ungefähr 0,7 Raummeter und etwa 0,4 Festmeter Holz!

Sonstige Holzmaße

In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz wird auch noch der Begriff „STER“ gerne benutzt. Dieses Maß ist aber gleichbedeutend mit dem Raummeter.

Oder aber der Begriff „Klafter“, der heutzutage kaum Verwendung findet. Dabei handelt es sich um einen Stapel Scheitholz mit ca. 1,8 Meter Länge, bzw. Höhe und einer Tiefe von 0,9 Metern. Also im Vergleich ungefähr 3 – 4 Raummeter Holz. Kein einheitliches Maß, daher keine Verwendung mehr.

Stammholz / Langholz

Dies ist die größte Holzeinheit, die im Handel gebräuchlich ist. Damit ist Brennholz von 1 Meter Länge gemeint, der in dieser Form recht günstig zu haben ist. Es wird nur noch zwischen Frischholz und abgelagertem Holz unterschieden. Frischholz muss noch 1-2 Jahre gelagert werden und ist noch nicht zum Verbrennen geeignet. Unbedingt fragen ob das Stammholz noch als Rundholz vorliegt oder bereits gespalten wurde, da gespaltenes Holz immer schneller trocknet als Rundholz bzw. werden auch ganze, ungeschnittene Stämme oft als Langholz bezeichnet.

Scheitholz / Stückholz

Damit ist Brennholz gemeint, das bereits auf 25 oder 33 cm Länge zugeschnitten und gespalten wurde. Somit besteht der einzige Unterschied in der Restfeuchte. Frisches Holz oder trockenes Holz (Restfeuchte kleiner 20 %) oder sogar Kammergetrocknetes Holz ist auf dem Markt zu bekommen. Kammergetrocknetes Holz ist „künstlich“ getrocknet, hat meistens eine noch geringere Restfeuchte und damit einen höheren Brennwert als Luftgetrocknetes Holz.

Anmachholz / Kleinholz

Damit ist Brennholz gemeint, das sich besonders gut zum Anzünden eignet. Am besten eignen sich Weichhölzer wie Fichte, Tanne, etc. da diese Hölzer schnell und gut anbrennen. Der Durchschnitt für diese Hölzer beträgt meist nur 0,5 bis 2,5 cm je Stück und sollte eine eckige Form, zum besseren Anbrennen, vorweisen. Auch Abfallbretter und Restehölzer werden dafür verwandt, aber Vorsicht vor Beschichtungen, Lacken oder Ähnlichem, da diese beim Verbrennen gesundheitsschädliche Dämpfe entwickeln können und vom Gesetzgeber verboten sind.

Neben den Holzscheiten werden auch Holzpellets und Holzbriketts angeboten. Holzbriketts sind Presslinge aus trockenen, unbehandelten Holzresten. Sie haben einen hohen Heizwert bei geringem Volumen, so dass sie leichter zu lagern sind. Holzpellets sind ebenfalls unter hohem Druck produzierte, reine Holzspäne ohne chemische Zusätze oder Bindemittel. Auch sie bestechen durch die effiziente Relation von hohem Heizwert bei geringem Volumen. Die 6 mm kleinen Pellets werden überwiegend in speziell ausgerichteten Kaminöfen genutzt.

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Verbrennungstechnik und Holz-Schichtung

Neben dem richtigen Holz ist für den das perfekte Kaminfeuer bei optimaler Energieausbeute auch die richtige Verbrennungstechnik entscheiden. Hierbei gilt die ausreichende Luftzufuhr als Grundvoraussetzung. So ist unbedingt darauf zu achten, dass der Schieber zur Luftzufuhr am Kaminofen während der gewünschten Brenndauer stets geöffnet ist. Gleichzeitig sollte die Schüttelrostöffnung ganz geschlossen sein, da auch die angesammelte Asche durch ihre reflektierende Wirkung zu einer besseren Verbrennung beiträgt. Nur wenn der Kaminofen über Kohle oder Hartholz genährt wird, ist die Schüttelrostöffnung ein wenig zu öffnen, um eine zusätzliche Luftzufuhr zu bieten.

Ein Kaminfeuer trocknet die Luft. Um auch weiterhin eine angenehme Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich eine Wassertopf oder eine gefüllte Blumenvase im Raum aufzustellen. Dies hat auch den Vorteil, dass sich die „gefühlte“ Temperatur bei hoher Luftfeuchtigkeit höher als die tatsächliche ist, so dass sich im Endeffekt so sogar Heizkosten sparen lassen.

Mit der richtigen Technik und dem richtigen Anzünder ist das Feuer machen kein Problem. Die beste Wahl Brennholz in einem Kamin zu entzünden, ist mit Hilfe von speziellen Anzündern aus Naturmaterialien, die auch noch gut riechen. Die gibt es in zahlreichen Formen und Zusammensetzungen, meistens bestehen sie aus Holzfasern, Holzwolle oder den Zapfen von Nadelbäumen, gemischt mit Wachs. Diese Anzünder entfachen und brennen schnell, da sie meist recht luftig gewickelt sind und durch die Luftzirkulation schnell zünden. Die gepressten Anzünder haben die gleichen guten Eigenschaften, brennen aber ein bisschen länger und sind Platzsparender.

Späne oder Reisig als Grundlage unter dünnem Anfeuerholz sind die Grundlage eines Kaminfeuers (Anzündnest). Erst brennt der Anzünder, dann die Späne bzw. das Reisig und dann das kleine Anzündholz. Darüber werden dann, wie ein Zelt, die weiteren Brennholzscheite in dem Brennraum platziert. Chemische Anzünder, meist kleine in Plastik eingeschweißte Würfel aus Erdölprodukten, gehören auf gar keinen Fall in den Kamin, entwickeln auch beim Verbrennen einen chemischen Geruch. Für Papier gilt das gleiche, es ist kein geeigneter Anzünder, da es sehr schnell verbrennt und den Brennraum deshalb nicht genug aufheizt. Die Platzierung des Anzünders sollte die Konstruktion des Ofens berücksichtigen. Bei Unterem oder seitlichem Abzug ist der Platz des Anzünders unter dem Holzstapel, bei Oberem Abzug, oben. Anschließend soll das Kaminholz mit langer Flamme verbrennen, um wirtschaftlich einen möglichst vollständigen Ausbrand zu bewirken. Um dies zu erreichen, darf die Feuerstelle auf keinen Fall vollständig mit Kaminholz befüllt werden. Am besten wird der Kaminofen nur mit einzelnen Scheiten bestückt und je nach Wärmebedarf kann dann nachgelegt werden.

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Qualitätskriterien: Brennholz und Kaminholz

Der Bundesverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion hat bereits vor einigen Jahren Qualitätskriterien für Brennholz erlassen. Mit Hilfe dieser Kriterien kann auch der Laie prüfen, ob Preis und Leistung des angebotenen Holzes in einer akzeptablen Relation stehen.

  • Brennholz muss als Kernholz außen Rinde oder Rindenreste aufweisen, egal bei welcher Sorte und Trocknungsgrad.
  • Als Scheitholz darf die Länge des einzelnen Scheits nicht mehr als 5 % vom ausgewiesenen Maß abweichen.
  • Ein artenreines Holz darf nur einen maximalen Mischholzanteil von 10 % beinhalten.

Beim Preisvergleich der unterschiedlichen Holzsorten muss man nicht nur auf die Sorte, sondern auch unbedingt auf den Trocknungsgrad achte, also auf die restliche Holzfeuchte. Diese sollte idealerweise bei 15 – 25 % Restfeuchtigkeit liegen, denn dann erst darf es als trockenes Brennholz verkauft werden.

Ist der Gehalt an Feuchtigkeit höher, so um die 25 – 30 %, spricht man von vorgelagertem Holz, dass noch nachgelagert werden muss. Alles über 30 % gilt als frisch und ist noch nicht als Brennholz geeignet. Holz mit einem höheren Feuchtigkeitsanteil brennt nicht effizient, nicht vollständig und verursacht schädliche Emissionen. Weiterhin kann es zu einer sogenannten Versottung des Kamins führen, was sich in teuren Sanierungskosten niederschlägt.

Weniger als 10 % Holzfeuchte sollte aber nicht unterschritten werden, da sonst das Holz zu schnell verbrennt und der Heizwert sinkt.

Zur Bestimmung der Eignung des Holzes ist der Feuchtigkeitsgrad. Dieser kann mit einem handelsüblichen Feuchtemesser leicht selbst bestimmt werden.

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